Der Schimmelpilz Botrytis Cinera zählt zu den wunderbarsten Gaben der Natur. Wenn er in den herbstlich-nebelverhangenen Morgenstunden die Reben befällt, können wir einige der atemberaubendsten Dessertweine der Welt herstellen. Der Botrytis-Pilz entzieht nämlich den Trauben Wasser und hinterlässt einen hochkonzentrierten Nektar. Diese edelfaulen Trauben selektieren wir akribisch und erzeugen damit Weine in drei Qualitätsstufen:

Auslese-Goldkapsel:
Die tiefe Frucht hochreifer Trauben gewinnt durch die begonnene Schrumpfung eine neue Dimension an Konzentration und Komplexität.

Beerenauslese:
Ein reichhaltiger, dichter Dessertwein aus Trauben, die vollständig von Bortytis befallen sind und um die Hälfte geschrumpft sind.

Trockenbeerenauslese:
Die Königin aller Dessertweine, überwältigend dicht und komplex. Wird aus Trauben gewonnen, die vollständig zu Rosinen geschrumpft sind. Junge Botrytis-Weine betören – je nach Qualitätsstufe – mit intensiven Aromen von Feigen, Datteln und getrockneten Aprikosen. Die mitunter enorme Süße wird von einer kräftigen Säure balanciert.

Je reifer die Weine, desto feiner und nuancenreicher werden sie, wobei Süße, Säure und Mineralität immer besser harmonieren. Wer je das Glück hatte, eine 30 jährige Trockenbeerenauslese von der Mosel zu probieren, ist überwältigt von der Finesse und Komplexität des Weins – ein unvergesslicher Genuss!

Solche edelsüßen Meisterwerke können nicht in jedem Jahr erzeugt werden. Wenn aber das Wetter stimmt, werden die Beeren einzeln von Hand selektiert und mit einer speziellen Presse gekeltert. Ein teures, arbeitsintensives Unterfangen, aber die Mühe lohnt sich angesichts dieser wundervollen Gabe der Natur.

         


Diese braunen, teilweise zusammengeschrumpften Trauben werden als Auslese Goldkapsel selektiert.
 


Sehen eigentlich gar nicht mehr aus wie Trauben, liefern aber eine zartcremige Beerenauslese (BA).
 


Diese rosinenartig geschrumpften Trauben enthalten nur noch wenig Flüssigkeit, die zur Trockenbeerenauslese vergoren wird.